Alternative Behandlungen

Alternative Behandlungsmethoden

führen zu unsicheren Behandlungsergebnissen. Extrakte und Präparationen des indischen Neem-Baums z.B. zeigen eine durchschnittliche Wirkung, die über 90% nicht hinausgeht, d.h. 10% Läuse überleben die Behandlung. Einige der über 25 verschiedenen Inhaltsstoffe der Neembaumextrakte sind toxikologisch als bedenklich bewertet. Damit haben Neembaum-Produkte nach derzeitigem Kenntnisstand eine wesentlich niedrigere Wirksamkeit, ohne dass dem ein Vorteil bezüglich einer toxikologischen Bewertung gegenüberstände. Ebenso zeigen Ölbehandlungen unsichere Erfolge, da bei unvollständiger Umhüllung aller Läuse mit Öl einzelne Parasiten überleben. Dies kommt bei Ölbehandlungen häufig vor.

Eine weitere klassische Behandlung besteht im mehrfachen Spülen der Haare mit lauwarmem Essigwasser (drei Esslöffel Essig auf einen Liter Wasser) und anschließendem Auskämmen der noch feuchten Haare mit einem Nissenkamm. Diese Behandlung ist aufwendig, langwierig und weniger sicher und darf erst nach vollständiger Entfernung aller Nissen beendet werden.     

Allgemeine Empfehlungen zur Behandlung  

Die Weiterverbreitung der Läuse ist bei sachgerechter Anwendung der empfohlenen Mittel schon nach Ablauf der Einwirkzeit nicht mehr zu befürchten. Leider werden diese Mittel oft falsch oder in nicht ausreichender Dosis angewendet oder unzureichend wirksame Alternativen bevorzugt. Für Letztere bestehen berechtigte Zweifel an ihrer Wirksamkeit, was eventuell zu vermeidbaren Mehrfachbehandlungen führen kann. Aus Gemeinschaftseinrichtungen wird häufig von erneutem Läusebefall nach zwei bis drei Wochen berichtet.

Tatsächlich werden die Parasiten aber nicht neu eingeschleppt, sondern einzelne Läuse haben die Behandlung überlebt. Deshalb ist dringend anzuraten, dass Fachpersonal in der ärztlichen Praxis oder aus dem Gesundheitsamt die Behandlung einleitet und den Behandlungserfolg durch sorgfältige Inspektionen der zuvor befallenen Körperstellen kontrolliert. So werden wiederholte Anwendungen von Insektiziden in kurzer zeitlicher Reihenfolge vermieden.   

Empfehlungen zur Vorbeugung 

Läuse werden nur direkt von Kopf zu Kopf bzw. über Gebrauchsgegenstände (Hüte, Mützen, Schals, Kämme etc.) übertragen. Begleitmaßnahmen zur Unterbindung der Läusemobilität innerhalb der Gruppe sind deshalb z.B. die streng getrennte Aufbewahrung der Kleidung (z.B. Mützen und Schals in die Schultaschen, Garderobenhaken mit ausreichendem Abstand), Zusammenbinden von langen Haaren und Einhaltung einer Sitzordnung mit Körperabstand. Während anhaltenden Läusebefalls einer Gruppe sollten die Mitglieder deshalb regelmäßig wöchentlich auf Nissen untersucht werden. Dazu können die Eltern angehalten werden, die Kinder können sich aber nach Einweisung (Gesundheitserziehung) durchaus auch gegenseitig auf Läuse untersuchen. Zur näheren Beratung können auch die Schulärzte herangezogen werden.

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